Wärmepumpe vs. Gas: Heizkosten ehrlich verglichen
Wärmepumpe vs. Gasheizung: Ein ehrlicher Kostenvergleich mit aktuellen Zahlen zu Anschaffung, Betrieb und CO2-Kosten bis 2030.
Von Redaktion Waermepreis · Redaktion · veröffentlicht am 9. Oktober 2025
Wärmepumpe vs. Gasheizung: Der ehrliche Kostenvergleich
Die Frage, ob eine Wärmepumpe günstiger als eine Gasheizung ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Dieser Artikel liefert einen transparenten Vergleich auf Basis aktueller Energie- und Investitionskosten.
Anschaffungskosten im Vergleich
- Gasbrennwertkessel: 5.000 bis 12.000 Euro (komplett installiert)
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: 15.000 bis 28.000 Euro (komplett installiert)
- Sole-Wasser-Wärmepumpe: 25.000 bis 42.000 Euro (komplett installiert)
Die Wärmepumpe ist in der Anschaffung deutlich teurer. Allerdings gleichen Förderungen (BEG) diesen Unterschied erheblich aus.
Jährliche Betriebskosten: Gas vs. Wärmepumpe
Für ein Einfamilienhaus (150 m², Wärmebedarf 15.000 kWh/Jahr):
- Gasheizung: 15.000 kWh × Wirkungsgrad 95% = 15.789 kWh Gas. Bei 12 Ct/kWh (2025) = 1.895 Euro/Jahr
- Luft-Wasser-WP (SCOP 3,0): 5.000 kWh Strom × 28 Ct = 1.400 Euro/Jahr
- Sole-Wasser-WP (SCOP 4,5): 3.333 kWh Strom × 28 Ct = 933 Euro/Jahr
Die Wärmepumpe ist bereits bei aktuellen Preisen günstiger im Betrieb – und der Vorteil wächst bei steigenden Gaspreisen.
CO2-Abgabe auf Gas: Steigende Kosten bis 2030
Die CO2-Bepreisung auf fossile Brennstoffe steigt laut aktuellem Plan:
- 2025: 55 Euro/Tonne → ca. 1,1 Ct/kWh Gas
- 2027: 65 Euro/Tonne → ca. 1,3 Ct/kWh Gas
- Ab 2030: Marktpreis im EU-Emissionshandel (ETS2), erwartet deutlich höher
Damit werden Gasheizungen langfristig deutlich teurer, während der Strompreis für Wärmepumpen durch den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien stabilisiert werden dürfte.
Gesamtkostenvergleich über 20 Jahre
Unter Einbeziehung von Anschaffung, Betrieb und Wartung über 20 Jahre (Luft-Wasser-WP nach BEG-Förderung vs. Gasheizung):
- Gasheizung: 8.000 Euro Invest + 1.900 Euro/Jahr × 20 = 46.000 Euro
- Luft-Wasser-WP nach Förderung: 11.000 Euro Invest + 1.400 Euro/Jahr × 20 = 39.000 Euro
Die Wärmepumpe ist langfristig günstiger – noch ohne Berücksichtigung weiter steigender Gaspreise.
Wann ist die Gasheizung noch sinnvoll?
In einigen Sonderfällen kann eine Gasheizung kurzfristig die bessere Wahl sein:
- Gebäude mit sehr schlechter Dämmung (hohe Vorlauftemperaturen notwendig)
- Sehr kurze verbleibende Nutzungsdauer (unter 5 Jahre)
- H2-ready-Gasheizung als Übergangslösung in Bestandsgebäuden mit Sanierungsplan
Aber: Das GEG (Gebäudeenergiegesetz) schreibt vor, dass ab 2029 neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent aus erneuerbaren Energien gespeist werden müssen – reine Gasheizungen sind dann nicht mehr zulässig.
Fazit
Unter realistischen Annahmen für 2025 ist die Wärmepumpe langfristig die wirtschaftlichere Wahl. Kurz- bis mittelfristig hängt die Vorteilhaftigkeit von der konkreten Gebäudesituation, den lokalen Energiepreisen und der verfügbaren Förderung ab.